Sūzhōu & Tónglǐ – 04-06.08
- – - Immer wieder das Essen – - – 04.08 Shanghai -> Suzhou
Nach meinen netten Shanghai Tagen und ein bisschen Faulenzen in der Lounge nahm ich den nachmittäglichen Zug nach Suzhou, einem verträumten 6 Millionen Einwohner Städtchen ca. eine Stunde westlich von Shanghai.
Ich hab mich bereits gewundert warum das Ticket dorthin (verhältnismäßig) so teuer war, bis sich herausstellte dass ich ein Ticket für den CRH, quasi den chinesischen ICE, habe.
So ging es dann auch wirklich flott bis nach Suzhou und vom dortigen Bahnhof aus ins YHA Hostel. Hab hier mal wieder ein Taxi nehmen müssen, da chinesische Buspläne verstehen gefühlte drei Stufen schwieriger ist, als ägyptische Hieroglyphen entziffern. Nach einer Dusche begann nun wieder die abendliche Jagd nach Essen, was sich außerhalb der populären Städte, doch manchmal als schwierig erweist. Es gibt zwar ein großes Angebot an Restaurants, bei den meisten gleicht das Bestellen auf Grund fehlender Chinesischkenntnisse aber einer Runde russischem Roulette. So suche ich also nach einer Lokalität in der es eine englische oder eine „Bilderbuch“ Karte gibt. Drei Blocks entfernt werde ich schließlich fündig und meine Suche wird mit nettem Service sowie tollem Essen belohnt. Auf dem Rückweg gibt’s aus dem Supermarkt noch leckeres Vienetta Vanille am Stiel, was will man mehr. Yammi.
- – - Über (Un)Ruhe – - – 05.08 Suzhou
Morgendlich zog ich wieder los um beim südlichen Busbahnhof Tickets für einen Tagesausflug nach Tongli am 06.08 sowie die Weiterreise nach Hangzhou am 07.08 zu besorgen.
Wollte mir schon fast ein Fahrrad leihen, sollten aber lt. meinem Lonely Planet nur 15 Minuten zu Fuß sein. Also los.
Wusste leider nicht, dass das in eine zweistündige Odyssee ausartet, denn da wo Lonely Planet einen Busbahnhof findet existiert leider nichts. Spätestens hier konnte ich mit Sicherheit festhalten, dass China einfach viel zu schnell für Reiseführer ist. Auch in Shanghai zum Beispiel fehlten dem LP bereits 4! U-Bahn Linien. So watschelte ich also wie immer schwitzend durch die Mittagssonne, da ich mal wieder zu knickrig war mir ein Taxi zu gönnen.
Endlich am richtigen Busbahnhof angekommen besorgte ich schnell die Tickets und machte mich dann auf den Weg zum eigentlich Sehenswerten in Suzhou. Die Stadt an sich gibt so nichts Schönes her und könnte auch irgendeine andere schnell gewachsene chinesische Stadt sein. Was sich allerdings aus alten Zeiten erhalten hat sind wunderschöne Gärten in denen sich chinesischer “zen-style” Landschaftgartenbau “at it’s best” bewundern lässt. Doch ein bisschen genervt von dem vielen Gelaufe schaltete ich also mit dem Betreten der Gärten auf in den Zeitlupen-Gemüsemodus und genoss die schöne Umgebung.
Muss sicher toll gewesen sein so etwas sein Eigen nennen zu können.
Ein bisschen im Schatten der Bäume oder im Pavillon schmökern und den Koi beim Schwimmen zusehen. Nachdem ich mich einige Stunden durch drei Gärten geaalt habe und durch Tiefenmeditation grundlegende Fragen der menschlichen Existenz erörtert sowie wieder einen unerschütterlichen inneren Frieden gefunden habe, trat ich von einer schönen Abendsonne begleitet den Heimweg an. Abendessen gabs wieder in meinem vertrauten Stammlokal, gefolgt von tollem Vienetta Eis. Yammi².
Zurück im Hostel kuckte ich im „Wohnzimmer“ mit dem Rest noch ein Filmchen und ging schließlich in mein Bett.
- – - Venedig auf Chinesisch – - – 06.08 Tongli
Wie bereits erwähnt ging es heute nach Tongli, dem Venedig des Ostens. Naja fast zumindest, immerhin wird die Stadt auch von Kanälen durchzogen und ist von einer Bevölkerungsexplosion verschont blieben. Da mir der Weg zum Bahnhof heute definitiv zu blöd war wollte ich eigentlich ein Taxi nehmen. An der Kreuzung zur Hauptstraße gabelte mich allerdings eine Fahrradrikscha auf.
Wollte zuerst nicht, aber konnte den Preis noch etwas drücken und Rikscha fahren wollte ich ja auch mal auf der To-Do-Liste abhaken. Ein bisschen Mitleid hatte ich ja mit dem armen Kerl schon, wie er sich in der Hitze auf die nicht gerade kleinen Bogenbrücken abstrampelt, aber naja halt sein Job.
Mit dem Bus ist es dann nurnoch eine halbe Stunde nach Tongli, wo man nach dem Ticketkauf und einem Checkpoint in die Altstadt gelassen wird. Das Ticket schließt den Eintritt für einige schöne Anwesen mit ein, die größtenteils zu Museen umgebaut wurden. Da Museen, die keines meiner Interessengebiete direkt ansprechen, meine Dopaminproduktion nicht ins unermessliche katapultieren, begab ich mich lieber etwas abseits der Touriwege auf Entdeckungstour nach dem echten Leben hier.
Wie auf Blockrunde zu Hause streifte ich durch die kleinen Gässchen, ging über Brücken und entlang der Kanäle.
Ich begrüßte Leute, sie begrüßten mich, Fotos hier und da. Alles in bester Ordnung. Nach ein paar Stündchen fuhr ich schließlich mit dem Bus wieder zurück nach Suzhou.
Wieder im Hostel Wohnzimmer traf ich den Chinesen Jack. Nach einen bisschen Tratschen fand ich heraus, dass er im gleichen Hostel in Beijing war und so ziemlich auch die gleichen Leute getroffen hat. Nur wir haben uns irgendwie verpasst. Abendessen gabs natürlich wieder in meinem Stammlokal mit Eisdessert. Yammi³. Man kann schon fast von Alltag sprechen, alles so in geregelten Bahnen.
Doch nicht mehr lange:
Die Weiterreise nach Hangzhou stand an und es wurde ein Samstag mit legendärer Partynacht. Doch davon das nächste mal mehr.
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von Ben am 7. September 2010 um 17:16 veröffentlicht und unter China 2010 abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |



vor 1 Jahr
Tolle Bilder Ben, ich bin immer so gespannt auf deine Berichte!! Bussi
vor 1 Jahr
Das Bild ist immer im Weg. Das Bild ist immer im Weg. Das Bild ist immer im Weg. ………………………………….
)
vor 1 Jahr
bla bla bla bla bla bla bla dann siehst wenigstens dein MA